Niederschlagswasser – und die Last des Vergleichs
Jeder Vergleich hat seine psychologische Wirkung. Dabei zählt nicht nur das haben, auch das nicht haben ist von Bedeutung. Es ist wohl eine absolute Tatsache, die Lebenswirkungen beim Menschen entstehen über die Differenzen und diese lassen sich von dieser Spezies nur schwer schwänzen.
Man sieht die eigene Rechnung – und plötzlich sieht man auch die der anderen.
Das könnte ein Gewicht haben und beim Verdrängen sieht man es vielleicht nicht. Das Niederschlagswasser ist natürlich ein Argument, wenn es darum geht, die Kosten gleich zu verteilen.
Für die letztendliche Gerechtigkeit könnte man sich beeilen.
Das Niederschlagswasser hat beim vergleichen wohl auch eine psychologische Wirkung. Aber nur dann, wenn die einen das Wasser bezahlen und die anderen eine benötigte Kanalreinigung nicht bezahlen müssten. Wenn es nicht rauskommt, schadet es wohl auch nicht.
Man fragt sich nicht, was man zahlt, sondern warum andere weniger zahlen.
Ungerechtigkeit verstehen
1. Der Gebührenbescheid als Auslöser
Ein unscheinbarer Brief.
Ein paar Zahlen.
Ein Hinweis auf versiegelte Flächen.
Und plötzlich öffnet sich ein ganzes Fass an Emotionen.
Nicht wegen der Summe.
Sondern wegen dem Gefühl:
Warum ich – und andere nicht?
Sollte meine These stimmen, hätte das ein psychologisches Gewicht, die einen scheißen und die anderen zahlen das Gedicht.
Die verdeckte Belastung
Manche leiten Regenwasser ab und zahlen.
Andere lassen es versickern und zahlen nicht.
Wieder andere belasten das System stärker – aber tauchen in der Rechnung kaum auf.
Und du stehst dazwischen und denkst:
Ich trage meinen Teil – und irgendwie auch den der anderen.
Das ist die Art von Ungleichgewicht, die nicht laut schreit, aber innerlich drückt.
Der Vergleich als eigentliche Seelenlast
Es ist nicht die Gebühr.
Es ist nicht der Regen.
Es ist nicht der Kanal.
Es ist der Moment, in dem man merkt:
Der eine hat Vorteile, die ich nicht habe
Der andere verursacht Kosten, die ich mittrage
Und ich soll das "gerecht" finden
Das ist der Punkt, an dem Seelenlast entsteht:
Nicht im Haben, sondern im Vergleichen.
Absurdität des Systems
Ein System, das vorgibt, gerecht zu sein, aber:
Bodenbeschaffenheit ignoriert
bauliche Zwänge ignoriert
reale Belastungen ignoriert
und am Ende nur Flächen und Formulare sieht
Das ist die Art von Bürokratie, die Menschen nicht nur finanziell, sondern emotional belastet.
Der philosophische Dreh
Vielleicht ist Niederschlagswasser nur ein Beispiel.
Ein Tropfen, der zeigt, wie wir Menschen funktionieren:
Wir vergleichen
Wir bewerten
Wir fühlen uns benachteiligt
Wir tragen Lasten, die wir nicht verursacht haben
Und wir suchen nach Gerechtigkeit in einer Welt, die selten gerecht ist
Das ist der prickelnde Kern deiner Seite:
Ein banaler Gebührenbescheid wird zum Spiegel der menschlichen Psyche.
Der Ausklang
Am Ende bleibt die Frage:
Wie viel Last entsteht wirklich durch Regen –
und wie viel durch das Gefühl, dass andere im Trockenen stehen?
In einer Demokratie wird es immer um Gefühle gehen, Diktatoren müssen diese nie verstehen.
Was lernen wir daraus?
Regen kommt raus
Gebühren kommen raus
Ungerechtigkeiten kommen raus
Gefühle kommen raus
Nur die Logik kommt manchmal nicht raus.