Reifenpannenset Plus für den BMW iX1
Heute haben wir das Reifenpannenset Plus von BMW ausprobiert, das beim neuen BMW iX1 mitgeliefert wurde. Es ist sinnvoll, vor dem Ernstfall einen Test zu machen, damit im Notfall kein Chaos entsteht. Eine Reifenpanne in der Nacht auf der Autobahn wäre ohne Vorbereitung fatal – und dennoch darf das Reifenpannenset Plus offiziell nur bei einer echten Panne verwendet werden.
Kampf mit den Neuheiten
Diese Neuheit hat nicht nur ihren Preis – schon beim Abnehmen des Reifenpannensets Plus wurde uns warm. Heute liest kaum noch jemand eine Gebrauchsanleitung; stattdessen schaut man lieber Videos auf YouTube. Genau so ist es auch uns ergangen.
Meine Idee war, das Reifenpannenset Plus einmal zu testen: Wie lässt es sich montieren, wie funktioniert es, und passt alles so, wie BMW es vorsieht? Natürlich – wie es heute üblich ist – ohne vorher zu lesen.
Man hat immer die Wahl: vor dem Missgeschick lesen oder aus den Fehlern anderer lernen. Vielleicht ist unser Fehler für dich interessant und bewahrt dich vor einem eigenen Problem. Das Reifenpannenset Plus ist nämlich nur für den einmaligen Gebrauch vorgesehen.
Das Aufstecken selbst war zunächst kein Problem. Die Zinken mit den Magneten für die Radschrauben sind asymmetrisch angeordnet und nicht in voller Zahl vorhanden, aber das Aufsetzen funktionierte trotzdem problemlos. Bei der magnetischen Haftung, dachte ich auch nicht an mögliche Probleme beim Abnehmen.
Gut war, dass ich beim Aufstecken vorsichtig war und nicht zu stark gedrückt habe. Später wurde klar, warum das wichtig war. Der Schlauch war nicht angeschlossen, und die „Untertasse“ hing nun mit etwas Abstand am Rad. Als wir versuchten, das Teil wieder abzunehmen, begannen wir schließlich doch zu lesen und Videos anzuschauen.
Dabei erfuhren wir, dass das Reifenpannenset Plus von BMW tatsächlich nur zur einmaligen Benutzung vorgesehen ist – inklusive Akku, Kompressor und Dichtmittel. Für die kompakte Größe ist das beeindruckend. Zunächst dachte ich, der Aufpumpvorgang könnte etwas mit dem drehenden Rad zu tun haben, aber das wäre dann eine echte Überraschung gewesen.
Service von BMW
Nach diesem Test blieb uns der Anruf beim BMW‑Service nicht erspart. Die Tageszeit war ungünstig, die Warteschleife lang. Also rief ich schließlich beim Händler an und wurde in die Werkstatt verbunden. Dort erklärte man mir, dass das Reifenpannenset nur für den einmaligen Einsatz gedacht sei – und dass ich es nicht hätte montieren sollen.
Auf meine Frage, wie man es wieder abbekommt, konnte man mir keine Auskunft geben. Einen solchen Fall hatte dort offenbar noch niemand erlebt. Ich kann mir gut vorstellen, dass technisch weniger versierte Menschen in so einer Situation eher den ADAC rufen würden, statt sich mit unbekannten Mechanismen auseinanderzusetzen.
Mir wurde immer klarer, dass das Abnehmen des Reifenpannensets zu einer Beschädigung führen könnte. Eine Fahrt zum Händler war wegen Entfernung, Uhrzeit und ein paar anderen Umständen ausgeschlossen. Der wackelige Sitz des Sets vermittelte zudem kein gutes Gefühl.
Also entschieden wir uns schließlich, das Set mit etwas roher Gewalt zu entfernen. Einfach war es nicht. Nach einem kräftigen Ruck löste sich die Untertasse aus den Händen und landete unter dem gegenüberliegenden Fahrzeug in der Garage.
Zum Glück war sie unversehrt – offenbar hatte ich sie nicht vollständig eingerastet, sonst wären wohl die Zentrierstifte abgebrochen. Die Erleichterung war groß, denn wir hatten schon mit dem Neukauf des Sets gerechnet.
Offen bleibt für mich die Frage, wofür das kurze USB‑C‑Kabel gedacht ist. Den eingebauten Akku könnte man zwar über die USB‑C‑Buchsen im Auto laden, aber nur, solange das Set nicht am Rad montiert ist. Wäre es vollständig eingerastet und der Akku leer, könnte der Pumpvorgang mit dem Dichtmittel nicht starten – es sei denn, man hätte eine USB‑C‑Powerbank dabei.