Offener Brief: Eine technische Reflexion
Die folgende Korrespondenz dokumentiert meinen Versuch, einen technischen Dialog auf Augenhöhe zu führen. Als technischer Fachwirt Telekom i.R. ist es mein Bestreben, komplexe Abläufe nicht nur zu konsumieren, sondern in ihrer Logik zu verstehen. Wenn diese Logik durch starre Service-Strukturen bricht, entsteht bei mir eine Seelenlast.
Archiv der Korrespondenz
Dokumentation eines prozessualen Stillstands (Juli – November 2025)
Die folgende Zusammenfassung spiegelt den Kern meiner Eingaben an die BMW AG wider. Es folgte ein über dreimonatiger, kräftezehrender „Ringeltanz“ mit der zentralen Kundenbetreuung und deren Fachabteilungen – ein Prozess voller Reaktionen, aber ohne eine für mich akzeptable Lösung.
Einzig ein Angebot zur Inzahlungnahme des defekten Fahrzeugs (mit einem Restwert von ca. 4.432,44 €) beim gleichzeitigen Kauf eines Neuwagens im Wert von ca. 59.590.- € wurde unterbreitet. Ein Vorschlag, der angesichts der geringen Laufleistung meines Fahrzeugs und des notwendigen Investitionsvolumens keine echte technische Kulanz darstellte. Das involvierte Autohaus bemühte sich hierbei redlich, war jedoch letztlich an die restriktiven Vorgaben der Konzernzentrale gebunden.
An den Vorstand der BMW AG
Petuelring 130, 80788 München
Sehr geehrter Herr Zipse,
sehr geehrtes Team der Kundenbetreuung,
ich wende mich an Sie, um eine fundamentale Diskrepanz zwischen technischem Anspruch und erlebter Service-Realität zu dokumentieren. Mein BMW 225xe hat nach nur rund 45.326 Kilometern einen Defekt am Elektromotor erlitten. Als technischer Fachwirt, der jahrzehntelang komplexe Netzstrukturen analysiert hat, stehe ich vor einem Rätsel – sowohl technischer als auch prozessualer Natur.
In meiner beruflichen Laufbahn war die Fehlersuche stets eine logische Herleitung vom Symptom zur Ursache. Wenn eine Diagnose jedoch bereits umfangreiche mechanische Ausbaupositionen – wie die Öffnung des Hochvolt-Akkus zur reinen Sichtprüfung – erfordert, bevor eine gesicherte elektronische Messung vorliegt, verliert der Prozess für mich jede technische Nachvollziehbarkeit. Es entsteht der Eindruck, dass eine tiefgreifende, logische Fehlersuche heute durch eng getaktete Arbeitswerte (AW) und standardisierte Abläufe verdrängt wird.
Die resultierende Kostenschätzung von über 10.000 Euro steht in keinem Verhältnis zur Laufleistung und konterkariert das Versprechen nachhaltiger Mobilität. Dieser Brief ist Ausdruck meines Bedürfnisses nach Transparenz und einer echten Fehlerkultur, die über das bloße Verwalten von Defekten hinausgeht.
Mit freundlichen Grüßen
Peter Ebert
Technischer Fachwirt Telekom i.R.
Nachbetrachtung: Die Chronologie der Ereignisse – von der ersten Fehlermeldung am 25.06.2025 bis zur finalen Resignation im November – zeigt deutlich, wie die menschliche Komponente in automatisierten Serviceprozessen verloren geht.